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Rita Brückner: „Natürlich geht es weiter“

Geschäftsführerin Rita Brückner sorgt seit 13 Jahren dafür, dass  Hilfsbedürftige hochwertige Nahrungsmittel für einen geringen Beitrag beziehen können. Geschäftsführerin Rita Brückner sorgt seit 13 Jahren dafür, dass Hilfsbedürftige hochwertige Nahrungsmittel für einen geringen Beitrag beziehen können. Foto: PW

Oschatz. Im Sonntagsgespräch erklärt Rita Brückner, wie die Tafel funktioniert, wer Lebensmittel spendet und wer berechtigt ist Lebensmittel zu bekommen.
SWB: Frau Brückner, Sie setzen sich seit 13 Jahren für die Oschatzer Tafel mit viel Herzblut ein. Sind Sie mit der momentanen Situation zufrieden?
Rita Brückner: Das ist eine schwierige Frage. Es erfüllt mich jeden Tag, hilfsbedürftigen Menschen zu helfen. Leider haben wir dieses Jahr ein paar Rückschläge erleben müssen.
Welche Rückschläge sind das?
Leider wurde bei uns zweimal eingebrochen. Am 24. Mai wurde in der Nacht eingebrochen und  Geld gestohlen. Auch erhebliche Einbruchschäden mussten festgestellt werden. Am 11. Juni wurde dann nochmals eingebrochen und nach gleichem Schema gehandelt. Allerdings konnten die Diebe kein Geld mehr finden. Da die Zweitschlüssel unserer Transporter entwendet wurden und danach in der Kühlkammer gefunden wurden, gehen wir davon aus, dass die Diebe diese klauen wollten. Glücklicherweise war kein Torschlüssel im Gebäude und die Diebe sahen davon ab, mit den Fahrzeugen zu türmen.
Vermuten sie Insiderkenntnisse?
Es kann sein, dass die Diebe gewisse Informationen hatten. Sie wussten anscheinend, wo sie was finden können. Leider haben wir keine weiteren Anhaltspunkte. Die Polizei ermittelt.
Gibt es zur Essensausgabe Neuigkeiten?
Ja, ab sofort gibt es Essenspakete für Einpersonenhaushalte, für zwei bis fünf Personen und Pakete für Bedürftige in einem Haushalt ab 6 Personen. Leider mussten wir aufgrund der stetig steigenden Nebenkosten die Preise anpassen. Wir müssen genauso wie jeder Bürger Strom, Wasser, Versicherung und Kraftstoff für unsere Fahrzeuge bezahlen, da wir keinerlei Zuschüsse von auswärts bekommen. Zusätzlich kommt hinzu, dass die Beschaffung der Lebensmittel immer aufwendiger wird, da die Mengen der gespendeten Lebensmittel immer geringer werden. Die Ursache hierfür ist, dass der Einzelhandel den Einkauf immer genauer kalkuliert und weniger Spenden für uns übrig bleiben. Für eine Person bleibt der Beitrag bei 4 Euro. Für die größeren Pakete müssen wir jeweils 5 Euro bzw. für das Paket ab fünf Personen 6 Euro verlangen. Mit diesen Paketen haben die Bedürftigen ein leckeres Zubrot für 1 bis 2 Tage.
Welche Unternehmen spenden für die Tafel?
Wir beziehen unsere Lebensmittelspenden von den Bäckereien Starke, Jung und Wentzlaff. Auch Marktkauf Oschatz und Nah und Frisch aus Wermsdorf stellen uns Lebensmittel zur Verfügung. Unter den Discountern freuen wir uns auf die großzügige Unterstützung von Aldi, Lidl, Penny und Netto. Saisonbedingt erhalten wir momentan viel frisches Gemüse aus den Tafelgärten in der Waagenfabrik unter Leitung von Herrn Zieger und der KGV  Erich Billert unter Leitung von Herrn Senkel. Hier werden brachliegende Gärten bewirtschaftet und Salat, Tomaten, Gurken, Bohnen, gelbe Rüben, u. v. m, welches auf Kleinflächen angebaut werden kann, für die Tafel produziert. Direktvermarkter wie Merkels Bauernhof und die Agrargenossenschaft Wiederoda beliefern uns auch mit Gemüse aus der Region. Hier möchte ich betonen, dass die gespendeten Produkte meistens sehr hochwertig sind, und man sich zum Beispiel nicht daran stören sollte, wenn die Markenschokolade statt in Tafelform als Osterhase genossen werden kann. Ich kann nur jedem, der bedürftig ist, unsere Lebensmittel empfehlen.
Werden auch andere Produkte außer Lebensmittel gespendet?
Ja, wir bekommen von Aldi Textilien und von Rossmann verschiedene Produkte vom Waschpulver bis hin zu Pflegeprodukten. Diese sammeln wir, um sie zweimal im Jahr als Gesamtpakete anbieten zu können.
Wie empfinden Sie die Akzeptanz in der Bevölkerung. Wird Ihre Arbeit gewürdigt?
Klar wird sie im Allgemeinen gewürdigt und es macht Spaß, Menschen, die es nicht leicht haben zu helfen. Leider werden auch Gerüchte in die Welt gesetzt, die nicht förderlich sind. Momentan wird behauptet, wir würden unsere Vereinstätigkeit bald einstellen, was selbstverständlich nicht stimmt. Unsere Spender sind der Garant, dass wir seriös und ehrlich arbeiten.
Wie soll es weitergehen?
Wir werden weiter unsere Aufgabe nach bestem Gewissen fortführen. Unser Team besteht aus 32 ehrenamtlichen Helfern, 8 jungen Leuten, die den Bundesfreiwilligendienst absolvieren, 3 Ein-Euro-Jobbern, und 2 Mitarbeitern, die Programme des Jobcenters absolvieren. Menschen, die Sozialstunden ableisten müssen, werden bei uns auch beschäftigt. Dies ist jede Woche eine logistische Herausforderung, die wir alle mit Stolz meistern. Besonders bedanken möchte ich mich für die Großzügigkeit der Firmen aus der Umgebung und bei meinem Team. Geldspenden würden unsere Arbeit auch sehr viel erleichtern. Gespräch: Pedro Willnecker