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Robert Wölk: „Für Sicherheit beim Baden“

Robert Wölk: „Ein Schwimmer ist weniger gefährdet, als ein Nichtschwimmer. Deshalb sollte man so früh wie möglich schwimmen lernen.“ Robert Wölk: „Ein Schwimmer ist weniger gefährdet, als ein Nichtschwimmer. Deshalb sollte man so früh wie möglich schwimmen lernen.“ Foto: SWB/Peter Noack

Riesa, 10.08.2018. Robert Wölk ist Rettungsschwimmer aus Leidenschaft. Er ist Vorsitzender der Wasserwacht im DRK Kreisverband Riesa e. V. und sorgt dafür, dass die Menschen in Freibädern und Schwimmhallen gut und sicher baden können. Heute berichtet er über seine einfach erscheinende Aufgabe, die aber durchaus anstrengend sein kann.

SWB: Rettungsschwimmer ist doch eine entspannte Aufgabe, oder?
Robert Wölk: „Aus der Sicht der Badegäste scheint das sehr bequem zu sein, ist es aber nicht. Ich komme nicht zum Baden hierher, sondern sorge dafür, dass die Badegäste in Ruhe und sicher baden gehen können. Ganz abgesehen davon, dass man vorher eine umfangreiche Ausbildung absolvieren muss, hat man ja als Rettungsschwimmer eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wir müssen sehr konzentriert beobachten und alles im Blick haben. Bei schönem Wetter, wenn sich viele Gäste im Freibad aufhalten, herrscht auch ein besonders hoher Geräuschpegel. Trotzdem müssen wir einen Hilferuf erkennen und blitzartig richtig handeln können. Nach dem Dienst merkt man wie diese Konzentration anstrengt.“

Gibt es besondere Bereiche, die eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordern?
„Ja, das sind Rutschen und Sprunganlagen, die wir besonders im Blick haben. Auch auf kleine Kinder achten wir, die manchmal, trotz Elternaufsicht, ausbüchsen. Kinder und Jugendliche spielen manchmal "toter Mann". Da schauen wir genauer hin. Das kann ja auch ein Notfall sein. Es wäre besser, so etwas zu unterlassen, denn dabei kann aus dem Spiel sehr schnell bitterer Ernst werden.“

Müssen Sie oft helfen?
„Wir müssen jeden Tag helfen. Mal hat jemand Nasenbluten oder sich einen Schiefer eingezogen oder es muss ein Pflaster aufgeklebt werden. Ernste Situationen sind glücklicherweise sehr selten. Dann ist es wichtig, schnell die Situation zu erfassen und das Richtige zu tun. Man ist ja nicht allein. Wir arbeiten im Team. Der Schwimmmeister, die anderen Rettungsschwimmer und die Badmitarbeiter sind bei Notfällen schnell zur Stelle und helfen.“

Was können die Badegäste tun, um das Baden sicherer zu machen?
„So früh wie möglich schwimmen lernen. Ein Schwimmer ist weniger gefährdet, als ein Nichtschwimmer. Für Kinder bieten wir Schwimmflügel an, um die Sicherheit zu erhöhen.“

Was sind die häufigsten Ursachen bei Badeunfällen?
„Das ist das Verhalten der Badegäste selbst. Selbstüberschätzung und Leichtsinn führen zu gefährlichen Situationen. Zum Beispiel werden zu oft die Rutschmarkierungen missachtet. Das kann gefährlich werden. Diese Markierungen werden ja angebracht, um auf Gefahren hinzuweisen.“

Wie sind die Rettungsschwimmer organisiert?
„Wir sind Mitglieder der Wasserwacht, und diese ist wiederum eine Gliederung des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Riesa e. V.. Wir sind 160 Mitglieder, davon 100 Kinder, die ihre Seepferdchen-Prüfung bestanden haben und nun das Schwimmen festigen. Mit 15 Jahren kann man dann die Ausbildung zum Rettungsschwimmer absolvieren. Gegenwärtig gehören der Wasserwacht 69 Rettungsschwimmer an, von denen 20 aktiv sind. Wir betreuen das Freibad in Riesa-Weida, das Waldbad in Glaubitz, das Bad Goltzscha und die Riesaer Schwimmhalle, in denen jeden Tag ein bis zwei Mitglieder im Einsatz sind. Etwa 2000 ehrenamtliche Stunden kommen da pro Jahr zusammen.“

Wie sind Sie zur Wasserwacht gekommen?
„Ein Freund hat mich eingeladen, mitzukommen. Es hat Spaß gemacht und so hab ich mich zum Rettungsschwimmer ausbilden lassen. Später folgte die Qualifizierung zum Ausbilder und die Mitarbeit im Vorstand. 2011 hab ich den Vorsitz übernommen. Die Ausbildung als Rettungsschwimmer ist immer von Vorteil. Neben der eigenen Sicherheit nutzt diese Qualifikation auch im Berufsleben, zum Beispiel als Pädagoge oder Polizist. Wer gern mitmachen will, kann sich gern bei der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes in Riesa auf der Dr.-Külz-Straße 37, telefonisch unter 03525 6573-0 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden. Wir freuen uns immer über neue Mitglieder.“

Gespräch: Peter Noack