„Bei uns gibt‘s mehr als Brezn und Maß!“

Maria Winter: „Wir sind eine Oktoberfestfamilie!“ Maria Winter: „Wir sind eine Oktoberfestfamilie!“ Foto: SWB/JT

Uebigau Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch verrät Maria Winter vom Eiscafé Winter in Uebigau, wie das Oktoberfest in München an der Elster zum Kult-Event wurde und was es in diesem Jahr dort zu entdecken gibt. 

SWB: Das Oktoberfest in München an der Elster wird in diesem Jahr „volljährig“. Wie genau kam die Idee dazu vor 18 Jahren zustande?
Maria Winter: Eigentlich entstand sie aus einer Scherzlaune heraus schon Ende der neunzigerjahre. Damals saßen ein paar Radfreunde nach geschaffter Etappe ihrer Tour bei uns im Café und sprachen im Spätsommer darüber, wie witzig doch ein Oktoberfest ála München in Bayern in unserem München nebenan wäre. Einer von ihnen war mein Vater. 

Das heißt, als es dann 2001 zum ersten Mal ernst wurde, war direkt die ganze Familie mit involviert?
Gewissermaßen schon, jeder hat geholfen und tut es auch jetzt noch, wo er kann. Über die Jahre haben wir uns natürlich mit vielen Freunden, Bekannten und Partnern zusammengetan und stemmen die Vorbereitungen jeweils gemeinsam. Jeder hat seine Aufgaben, kümmert sich um die Versorgung, das Sicherheitskonzept, die Deko oder ähnliches. Natürlich sind mit der wachsenden Besucherzahl von Jahr zu Jahr auch die Auflagen strenger geworden.
Denn aus einem relativ kleinen Heimatfest ist inzwischen eine Großveranstaltung geworden. Das bedeutet nicht nur höhere Kosten für uns als Veranstalter, sondern auch einen erheblichen Mehraufwand in Sachen Organisation, der nur durch diesen Zusammenhalt gemeinsam zu stemmen ist.

Was die Besucherzahlen angeht, ist der Samstagabend als Partyabend mit Live-Musik der Hauptabend. Mit wievielen Gästen rechnen Sie in diesem Jahr?
In den letzten Jahren hatten wir da um die 2000 feiernde Gäste, die auch sehr begeistert von der Stimmung waren. Die meisten, die zum ersten Mal herkommen, wissen ja nur aus den Erzählungen von Freunden, was sie hier erwarten könnte und sind dann oft begeistert, wie viele typische Wies’n-Aspekte wir aufgreifen.

Können Sie einige davon schon verraten?
Ja, na klar! Zuerst einmal vollzieht diesmal der Herzberger Bürgermeister den traditionellen Fassbieranstich höchstselbst am Freitagabend, während  der Koch Markus Münzer, der übrigens aus Österreich stammt, leckere Alpenspezialitäten wie Kaiserschmarrn frisch vor Ort zubereitet. Mit dem Duft zieht direkt Alpenflair ins Festzelt ein, das man dank riesigem Ortsschild am Zelteingang auch gar nicht verfehlen kann. Dann sind fast alle unsere Helfer in Tracht oder bayrisch angehauchten Outfits unterwegs, stemmen Maßkrüge und kredenzen saftige Hendl. Mal ganz zu schweigen von der eindeutig oktoberfesttypischen Musik!

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr ganz besonders?
Die Uebigauer Kindertagesstätte „„Eichhörnchen“ hat extra fürs Oktoberfest, für den Sonntagmittag ein kleines Programm einstudiert und bildet so den Höhepunkt unseres Familientages. Der beginnt, anders als Freitag und Samstag, auch schon um 10 Uhr und verabschiedet nach allerhand Spielen und Basteleien gegen 16 Uhr alle glücklich geschminkten, kaputt gehopsten und satt genaschten Kids samt Mama und Papa in den Sonntagabend.

Gibt es bei all der Vorfreude und dem positiven Stress in der Vorbereitungszeit auch Momente, die Sie ärgerlich stimmen?
In diesem Jahr leider schon. Am Wochenende des 15. und 16. Septembers hat jemand zahlreiche unserer Plakate und Banner in der Region abgerissen beziehungsweise zerschnitten, sodass wir Anfang der Woche hauptsächlich mit Schadensbegrenzung zu tun hatten und Ersatz bestellen mussten.

Nun suchen Sie mit der Polizei nach den Verursachern des Schadens und haben sich wiederum einen Wies’n-tauglichen Lohn für den entscheidenden Hinweis ausgedacht. Welcher ist das?
Wir geben dem Tippgeber zehn Maß Freibier aus. Schließlich engagieren sich viele für unser Fest und machen es so auch zu ihrem. Über die sozialen Netzwerke haben wir nach diesem Zwischenfall auch so viel Zuspruch bekommen. Das bestätigt nur, wie sehr sich die Leute hier inzwischen auch mit dem Fest identifizieren.

Am 30. September findet auch der 12. Gaudilauf von Schweinfurth über Bad Liebenwerda nach München an der Elster statt. Wie passt das zum Oktoberfest?
Die Läufer lassen sich jedes Jahr einiges einfallen, um optisch ein echter Hingucker im Feld  zu sein und herauszustechen. Viele kommen direkt als Sepp mit Lederhosen nach dem Zieleinlauf ins Festzelt und lassen den Sonntag hier ausklingen. Aus den anfänglichen 31 Teilnehmern sind bereits über 70 geworden, die nach dem Rennen einfach noch nicht direkt nach Hause gehen oder fahren, sondern ihre Leistung und ihren Auftritt im Kostüm zünftig feiern.

Was, wenn die Sonne nicht scheint?
Dann freuen wir uns darauf, mit unseren Gästen das Zelt beben zu lassen!

Gespräch: J. Tiedke