„Eine Auswärtige Affäre“ im Museum

Riesa. Berlin in der Nachkriegszeit: Der Schwarzmarkt in der zerbombten Stadt floriert. In dem verrauchten Schwarzmarkt-Klub „Lorelei“ singt die verführerische Erika von Schlütow (Marlene Dietrich) vor begeisterten amerikanischen GIs. Sie war im Krieg die Mätresse eines hochrangigen Nationalsozialisten und muss sich jetzt als Nachtklub-Sängerin durchschlagen. Einer ihrer größten Bewunderer ist der amerikanische Besatzungsoffizier John Pringle, mit dem sie eine Affäre hat.  Mit viel Zynismus stellt der sechsfache Oscar-Preisträger Billy Wilder das deutsche Nachkriegselend ebenso dar wie die Korruption und Übergriffe amerikanischer Besatzungssoldaten gegenüber deutschen Zivilisten.

1948 verbot die US-Militärregierung  den Film in den deutschen Kinos zu zeigen, da die Amerikaner mehr als Besatzer denn als Befreier dargestellt wurden. Erst 1991 kam die Originalfassung mit deutschen Untertiteln in die Kinos. Der 1906 in Sucha, damals Österreich-Ungarn, geborene Regisseur und Drehbuchautor Billy Wilder emigrierte 1933 unmittelbar nach dem Reichstagsbrand in die USA. In Hollywood konnte er schnell an seinem Erfolg in Deutschland anknüpfen. Zu seinen bekanntesten Filme zählt die Komödie   „Manche mögen's heiß“ von 1959. Im Rahmenprogramm der Ausstellung „Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis“, präsentiert von der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain und dem Stadtmuseum Riesa, wird der Film „Eine Auswärtige Affäre“ am Mittwoch, dem 13. Februar, um 19 Uhr im Stadtmuseum Riesa gezeigt. SWB